Schwertbergfahrt 2009

Schiltberger besuchten die Partnergemeinde Schwertberg

Der Hofbergverein verbrachte in der Schiltberger Partnergemeinde Schwertberg und in der benachbarten Bezirkshauptstadt Perg zwei erlebnisreiche Tage. Zwar schaffte es der weißblaue Himmel, mit dem der Reisebus am frühen Samstagmorgen aufgebrochen war, nicht bis hinunter ins oberösterreichische Mühlviertel, aber trotz zeitweiligen Regens konnten dort alle Programmpunkte absolviert werden.
Mit zwei Zitaten stimmte der Hofbergvorsitzende Michael Schmidberger die Vereinsmitglieder, darunter auch Erster Bürgermeister Josef Schreier, bereits im Bus auf die Begegnung ein. Der neue Aiser-Obmann Dietmar Achhorner schrieb an den Hofberg: "Wir wollen, dass unsere Partnerschaft nicht nur bestehen bleibt, sondern sich festigt und neuen Glanz bekommt." Und im Antwortschreiben von Schwertbergs neuer Bürgermeisterin Marianne Gusenbauer an die Gemeinde steht der Satz: Ich habe schon bisher als Gemeinderätin die Verbindung unserer beiden Orte und Vereine mit Freude mitgetragen und gehe davon aus, dass diese Gemeinde- oder Kulturpartnerschaft mit den daraus entstandenen Freundschaften auf privater sowie auf Gemeinde- und Vereinsebene weiter bestehen wird. Kurz vor dem Zwölfuhrläuten erreichten die Schiltberger Theaterleute ihr erstes Ziel, die Kreisstadt Perg. Bürgermeister Anton Froschauer hieß die Besucher willkommen und gab ein kurzes Portrait seiner Stadt. Darin nahm natürlich die Partnerschaft mit Schrobenhausen einen zentralen Rang ein. Schiltbergs Gemeindechef Josef Schreier und Hofbergvorstand Michael Schmidberger bedankten sich für den freundlichen Empfang jeweils mit einem gemeinde- bzw. vereinstypischen Präsent.

Nach dem Mittagessen übernahm Pergs Hauptschuldirektor und Heimatvereinsobmann Franz Moser die Regie. Erste Station war die spätgotische Stadtpfarrkirche Sankt Jakob. Dann tauchten die Schiltberger ab in die Unterwelt und ließen sich von Moser das stark verzweigte Gänge- und Kammernsystem des über 100 Meter langen Erdstalls (Erdstollens) im Staphaniehain zeigen. Wieder über Tag und eine gute Strecke bergan erreichte man am Stadtrand von Perg die Freilichtanlage Scherer Mühlsteinbruch. Die hier noch im Ersten Weltkrieg gebrochenen Mühlsteine wurden, so Moser, bis nach Bayern exportiert. Vermutlich fanden sie auch in den Mühlen des Weilachtales Verwendung. Für das benachbarte Steinbrecherhaus, einst Wohnhaus einer Arbeiterfamilie und jetzt Museum, nahmen sich die Schiltberger ebenfalls angemessen Zeit.

Auf dem Rückweg machte man Station im Mannerkeller. Hier zeigte sich Perg besonders spendabel und ließ durch den Inhaber Klaus Manner ein paar gute Gläser Wein kredenzen und eine deftige Jause reichen. Die Hofbergmannen revanchierten sich mit dem passsenden Trinklied und einem Marschalkensiegel.

Eine kleine Verspätung und die wenigen Kilometer weiter wurden die Hofbergler dann auf dem Marktplatz in Schwertberg von ihren Gastgebern erwartet. Um 19 Uhr hörte der Regen auf und der Theatervorstellung auf der Freilichtbühne Aiser (21 Uhr) stand nichts mehr im Wege. Weil schon am Vortag das Spiel abgesagt wurde, erlebten die Schiltberger nun die nachgeholte Premiere der Komödie "Das Wirtshaus im Spessart" (George Isherwood/Wilhelm Hauff). Regie führte Clemens Nirnberger. In seiner Inszenierung verschwimmen die Grenzen der einzelnen Handlungsstränge und werden zu einem farbenfrohen Bildteppich verwoben. Das Premierenpublikum "die 26 Hofbergler und rund ebenso viele Gastgeber" spornte die Akteure immer wieder mit Szenenapplaus an und belohnte sie nach der letzten Szene mit Bravorufen für ihre Leistung.
Am Sonntagvormittag waren Sonnenschein und Didi Achhhorner die "optimalen Begleiter" für die Besichtigungstour in der Marktgemeinde und in der Umgebung. Der Bus brachte die Schiltberger unter anderem an die Tatorte ihrer Hilfeleistungen beim Jahrhunderthochwasser 2002 und beim jährlichen Arbeitseinsatz auf der Burgruine Windegg. Auf der Veste informierten Konsulent Manfred Grübl und seine Ehefrau Anneliese über die Historie und die neuere Geschichte des wiedererstandenen Wahrzeichens.

Bei der Verabschiedung auf der Aiser geizten Josef Schreier und Michael Schmidberger nicht mit Lob und Anerkennung für alles in Schwertberg Gesehene und Gebotene. Marianne Gusenbauer und Dietmar Achhorner kündigten den Schwertberger Gegenbesuch beim Jedermann in Schiltberg für den 10. Juli an. Erinnerungsgeschenke wurden ausgetauscht. Und wie in der Franz-Reindl-Ãra (jetzt Ehrenobmann) wurden die Schiltberger vom neuen Theatergrafen Didi Achhorner zum Mittagessen eingeladen und für die lange Heimreise mit flüssigem Proviant ausgestattet. Pünktlich zur Tagesschau war der Hofbergbus im Heimatort zurück.

Michael Schmidberger
2. Juni 2009


Der Hofbergverein besuchte an Pfingsten die befreundete Aiserbühne im oberösterreichischen Schwertberg und die Bezirkshauptstadt Perg. Beim Sonntagsfrühschoppen auf der Aiser bekräftigten die alten und die neuen Repräsentanten beider Orte in kurzen Ansprachen den Willen zur Fortsetzung der Gemeinde- und Theaterpartnerschaft. Unser Foto zeigt (von links nach rechts) Schiltbergs Ersten Bürgermeister Josef Schreier, die neue Schwertberger Bürgermeisterin Marianne Gusenbauer, den neuen Aiser-Obmann Dietmar Achhorner und Schiltbergs Hofbergvorsitzenden Michael Schmidberger.


Die Burgruine Windegg im Schwertberger Ortsteil Windegg stand am Sonntagvormittag auf dem Besichtigungsprogramm der Hofbergler. An ihrem Wiederaufbau wird seit Beginn der 1980-er Jahre gerabeitet. Durchschnittlich fünf Hofbergmitglieder leisten dazu vor Ort einen jährlichen Arbeitstag. Unser Gruppenfoto vereint die Schiltberger Reisegruppe und einen Teil der Schwertberger Gastgeber.




In Perg ließen sich die Hofbergmitglieder im Museumssteinbruch erklären, wie noch nach dem Ersten Weltkrieg
Mühlsteine abgebaut und bis nach Bayern exportiert wurden. Möglicherweise auch ins Weilachtal.



Für den freundlichen Empfang in der Bezirkshauptstadt danken Schiltbergs Bürgermeister Josef Schreier (links) und
Hofbergvorsitzender Michael Schmidberger (rechts) dem Perger Bürgermeister Anton Froschauer (Mitte) jeweils mit einem Präsent.



Zum Abschluss der historischen Führung lud die Stadt Perg ihre bayerischen Gäste aus Schiltberg zu einer Weinverkostung in den Manner-Keller ein.