Winterwanderung der Hofbergritter 2009

HISTORISCHE WINTERWANDERUNG DER HOFBERGRITTER

Getragen von vielen Pferdestärken haben die Hofbergritter schon an vielen Schauplätzen in Bayern und Österreich ihr
Können gezeigt. Jetzt lebten sie drei Tage lang eine völlig andere Idee: Zu Fuß und in voller Montur erkundeten sie die
eigene Gemeinde Schiltberg. Das gesamte Unternehmen unter der Leitung von Ritterhauptmann Tobias Wenhardt bestand
aus der historischen Wanderung auf dem Themenweg des Wittelsbacher-Land-Vereins "Vom Hofberg zu den Berg-Orten"
und dem Ritterlager auf dem Hofberg.

13 Ritter und Edeldamen begannen ihr Abenteuer am Freitag mit einem rustikalen Mahl am Lagerfeuer. Es gab Würsteleintopf
mit Knödel und selbstgebackenes Brot, zubereitet nach mittelalterlichen Rezepten. Die Küche des Workshops "Historisches
Kochen" ernteten dafür viel Beifall. Solchermaßen gestärkt widmete man sich den restlichen Abend über dem Gesang und vielen
Ritterthemen, die da noch anzupacken wären.

Am Samstag, etwa nach dem fünften Hahnenschrei, warfen sich die Ritter in ihre Kettenhemden und Waffenröcke. Sie
wappneten sich mit Schwert, Hellebarde und Spieß. Edelfrauen und Amazonen legten warme Kleidung an, hüllten sich in ihre
Umhänge und fassten nach den Langbögen. Beim Elfuhrläuten verließ der Trupp die sichere Veste, marschierte ins Tal und
durchquerte die Ortsmitte. Am Bsuchweg ließ er die Zivilisation hinter sich. Durch Wald und Flur hielt man auf Allenberg zu,
wo beim Wirt's Sepp der erste Halt geplant war. Frisch gestärkt nahmen Mannen und Weiberleut' Kurs auf Bergen und
begehrten Einlass bei Familie Riedlberger, Produzent der bekannten "Gschloßbauräu"-Spirituosen. Auf die Reisigen wartete als
Überraschung eine Besichtigung der Schnapsbrennerei und des Meischelagers. Gegen den von Tina Riedlberger angebotenen
Umtrunk sträubte sich niemand. Derart beflügelt dankte man den edlen Spendern mit der Ritterhymne für den Empfang und
für die hochprozentige Labung.





Auf den nächsten Kilometern sprten die Wanderer immer nachhaltiger die zusätzliche Ausrüstung, die sie sich aufgehalst
hatten. Ein mitfühlendes "Wo drückt dich der Schuh?" war stets wörtlich gemeint. Über Stock und Stein und ein Stück Straße
ging's weiter nach Gundertshausen und nach Höfarten. Bei einer letzten Rast in Peters Ponyhof sammelte man neue Kraft für
den Marsch ins Zentrum und für den steilen Anstieg hinauf zum Hofberg. Dort angekommen ließ im Rittersaal eine üppige
Brotzeit die Strapazen des Tages vergessen. Erste Pläne für eine Neuauflage der historischen Wanderung wurden geschmiedet.

Am Sonntag Vormittag riefen die Fanfaren zum internen Wettbewerb. Unter den Zinnen der Bühnenburg mussten drei
Disziplinen absolviert werden: Bogenschießen, Lanzenwerfen und Armbrustschießen. Die Siegerehrung belohnte die Besten
mit Tonreliefs der Hofbergbühne. Dann war vorläufig Schluss mit Mittelalter. Aber sogar das Aufräumen und der Abbau des
Lagers atmeten noch einen Hauch Ritterromantik.



Text: Michael Schmidberger, 1. März 2009
Information: Tobias Wenhardt