Winterwanderung der Hofbergritter 2010

HOFBERGRITTERLAGER UND HISTORISCHE WANDERUNG 29. - 31. JANUAR 2010

Nachdem die historische Wanderung der Hofbergritter im vergangenen Jahr für alle Beteiligten ein derartig tolles Erlebnis war, dass lange davon gezehrt werden konnte, lag die Neuauflage ein Jahr darauf auf der Hand. So erklommen die Recken und Edeldamen erneut den Hofberg um auch 2010 ein wunderschönes Wochenende unter Gleichgesinnten und Freunden zu verbringen und den Wanderweg „Vom Hofberg zu den Bergorten“ aufs Neue in historischem Gewand und winterlichem Flair zu genießen.





Am Freitag um zehn Uhr trafen die ersten Teilnehmer und Organisatoren ein um die erforderlichen Vorbereitungen zu treffen. Um den Aufgang und die Wege zwischen und zu den Gebäuden nutzen zu können gab es erstmal viel Schnee zu räumen. Die Schlafstätten wurden errichtet und die Verpflegung wurde herbeigeschafft. Vor dem linken Burggebäude wurden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und der weggeräumte Schnee wurde zur Burgmauer umfunktioniert, welche am Samstagabend als Windschutz, sowie Abgrenzung dienen sollte. Die Idee auch gleich noch einen Torbogen aus dem kalten Material zu erstellen kam während der Arbeit und wurde anschließend, nach statischer Ausarbeitung auch noch in die Tat umgesetzt. Nachdem jeder die erforderliche Ausrüstung herbeigeschafft hatte, was durch das Allradfahrzeug von Hermann Finger sen. für viele Recken erleichtert wurde, da das Befahren des Zufahrtsweges trotz der freundlichen Unterstützung durch Albert Wagner mit Räumfahrzeug für Fahrzeuge mit Einachs-Antrieb fast nicht möglich war - nur eine Pilotin schaffte es mit ihrem Auto selbstständig nach oben – konnte das Event beginnen.

Fast schon Tradition bei den Ritterlagern auf dem Hofberg ist das freitagabendliche Essen, welches wieder in herausragender Manier von den weiblichen Teilnehmern zubereitet und serviert wurde. Es gab Schweinebraten mit Knödel, Sauerkraut und Salat. Ein Rezept nach historischer Vorlage und ein Gaumenschmaus für jeden Beteiligten. Der weitere Abend diente der Geselligkeit und der Detailplanung für die weiteren Stunden. Die Ritter gingen zeitig ins Bett, galt es doch Kräfte für die morgige Odyssee zu sparen außerdem war der zeitige Aufbruch beschlossen.



Um sieben Uhr morgens ertönte das Horn, welches von Luithold von Schiltberg (Michael Englhart) geblasen wurde, durch die Schlafstätten von Rittern und Edeldamen zum Weckruf. Ein kräftigendes Frühstück zur Stärkung wurde im Rittersaal serviert. An diesem Tag fand zudem eine Treibjagd statt, welchen den Hofberg miteinschloss, auch deshalb war Pünktlichkeit beim Aufbruch geboten. Jetzt galt es sich in wärmende Kleidung, festes Schuhwerk zu hüllen, die Lanzen geschnappt die Schwerter umgeschnallt und schon ging’s hinab ins Weilachtal, wo die Gäste der Riddari León (Ritter des Löwen) aus Aichach um Ritterhauptmann Christoph Biebl um 9:30 Uhr erwartet wurden. Mit vier Recken kamen die Freunde an, um bei der Wanderung teilzunehmen.
17 historisch Gewandete liefen schließlich los und verließen über den Bsuchweg das heimatliche Dorf in Richtung Allenberg. Zwei sollten später noch zu den Reisenden stoßen. Perfektes Wetter und traumhafte Winterlandschaften machten schon wenige Meter nach Verlassen der Ortschaft das Wandern zur puren Lust. Durch Schneeverwehungen und oft gänzlich spurenlose Wiesen und Felder führte der Weg schließlich zur ersten Einkehr in die Gastwirtschaft Rupp nach Allenberg, wo bei einer warmen Mahlzeit und erfrischenden Getränken der Wanderschaft zum ersten Mal Gelegenheit zum Ausruhen gegeben war. Weiter führte die Reise wieder durch Winterwälder und Flurwege nach Bergen. Hier begrüßte Christine Riedlberger die Ankömmlinge und führte sie, wie auch schon vergangenes Jahr in die hauseigene Brennerei, wo Anton Riedlberger gerade den Feinbrand des bekannten Zwetschgenwassers aus dem Kessel ließ. Fragen der Ritter wurden kompetent beantwortet, bevor es ans Probieren des wärmenden Tröpfchens ging. Dieses kam allerdings aus Flaschen, da der Feinbrand ca. 80% Alkoholgehalt bietet und daher wirklich nur mit den Fingerspitzen gekostet werden soll. Hier stieß neben der Gastgeberin auch Kristina Morbach zu der Gruppe und zusammen mit Hund „Spike“ wurde der Weg fortgesetzt. Man entschied sich die Straße weitgehen zu meiden und tangierte Gundertshausen nur am nördlichen Ende, von wo aus das nächste Ziel und damit die letzte kurze Einkehr beim Peters Ponyhof auf Asphalt angesteuert wurde.

Nach einer letzten Rast hier, wurde der Heimweg zur Burg angetreten. Kurz vor erklimmen des Hofberges holten die Ritter das Gulasch ab, welches zu bereiten sich Roswitha Schmid bereit erklärt hatte. Bei einem weiteren Gaumenschmaus und anschließender Lagerfeuerromantik endete ein gelungener und erlebnisreicher Tag. Viele gingen auch an diesem Abend zeitig zu Bett, da die ca. 12km umfassende Strecke in voller Ausrüstung und im tiefen Schnee ihren Tribut forderte.

Nach einem gemütlichen Frühstück Sonntagmorgen hielten die anwesenden Ritter dann noch eine kurze Tafelrunde ab, bei der Themen wie, Hofbergritter-Pullover oder T-Shirts so wie vorzubereitende Workshops besprochen wurden. Das Mittagessen war der letzte Programmpunkt. Mit dem Aufräumen und Abbauen der Schlafstätten endete das Winterritterlager 2010. Auch der Torbogen aus Schnee wurde wieder abgebaut – zu gefährlich wäre es wenn Tauwetter die Statik der Konstruktion schwächen würde.

Alle waren sich einig; das war ein rundum gelungenes Wochenende


Tobias Wenhardt
(Marschalk Berchthold von Schiltberg)
Verantwortlicher für die Hofbergritter des Hofberg Freilichttheatervereins Schiltberg)